Backup und Datensicherung

Ein Backup ist keine Kopie, sondern ein Versprechen: dass Sie nach einem Ausfall, einem Verschlüsselungsangriff oder einer versehentlich gelöschten Freigabe weiterarbeiten können. Ob das Versprechen hält, entscheidet sich nicht beim Sichern, sondern beim Zurückholen.

Wir planen die Sicherung nach dem, was Sie im Ernstfall brauchen: welche Daten, wie alt darf der jüngste Stand sein, und wie lange darf das Zurückholen dauern. Daraus ergibt sich, welche der folgenden Wege sinnvoll sind — meist zwei oder drei davon in Kombination.

Fünf Wege, Ihre Daten zu sichern

Backup vor Ort

Sicherung auf ein Gerät im Haus, oft auf ein NAS oder einen dedizierten Backup-Server. Der schnellste Weg zurück: grosse Datenmengen sind über das lokale Netz in Stunden wieder da, nicht in Tagen. Der Nachteil liegt in derselben Eigenschaft — die Kopie steht im selben Gebäude wie das Original.

Backup in unser Rechenzentrum

Die Auslagerung ohne fremde Cloud: Ihre Daten liegen auf unserer eigenen Hardware in einem Rechenzentrum in Deutschland, und Ihr Ansprechpartner dafür ist derselbe, der Ihre IT betreut. Damit ist die zweite Kopie räumlich getrennt — der Fall, für den es Brandschutzvorschriften gibt und der bei Ransomware den Unterschied macht.

E-Mail-Backup

Postfächer werden gesondert gesichert, weil sie im Alltag anders belastet werden als Dateiablagen: gelöschte Ordner, migrierte Postfächer, ausgeschiedene Mitarbeiter. Nicht zu verwechseln mit der revisionssicheren Archivierung, die einem anderen Zweck dient.

Microsoft-365-Backup

Microsoft sorgt für die Verfügbarkeit der Plattform, nicht für die Wiederherstellung Ihrer Inhalte nach einem Fehler auf Ihrer Seite. Was nach Ablauf der Aufbewahrungsfristen gelöscht ist, ist gelöscht. Wir sichern Exchange, SharePoint, OneDrive und Teams deshalb zusätzlich, mit eigener Aufbewahrung und eigenem Wiederherstellungsweg.

S3-Backup

Sicherung auf S3-kompatiblen Objektspeicher, sinnvoll für lange Aufbewahrung und für Datenmengen, die im Haus keinen Platz mehr finden. Auf Wunsch schreiben wir die Kopie unveränderbar, mit Object Lock für eine festgelegte Frist: was dort liegt, kann in dieser Zeit niemand löschen oder überschreiben — auch nicht mit gestohlenen Administratorrechten. Das ist der Punkt, an dem sich ein Ransomware-Angriff entscheidet, und wir legen im Konzept fest, ob und für welche Daten er greift.

Warum eine Kopie im Haus nicht reicht

Die Regel, an der wir uns orientieren, ist alt und immer noch richtig: drei Datenstände, zwei verschiedene Medien oder Systeme, eine Kopie ausserhalb des Standorts. Wer nur auf ein NAS im Serverraum sichert, hat gegen Festplattenausfall vorgesorgt — nicht gegen Feuer, Wasser, Einbruch oder gegen einen Angreifer, der sich Zeit nimmt und die erreichbare Sicherung mitverschlüsselt.

Deshalb ist die Kombination der Regelfall: schnelle Wiederherstellung aus dem Haus, zweite Kopie ausgelagert, und für Microsoft 365 ein eigener Weg, weil dort weder das eine noch das andere greift.

Wiederherstellung ist der eigentliche Test

Eine Sicherung, die nie zurückgeholt wurde, ist eine Annahme. Wir prüfen die Sicherungsläufe laufend im Monitoring — der fehlgeschlagene Backup-Job ist der häufigste Alarm mit echtem Schadenspotenzial — und stellen in vereinbarten Abständen testweise wieder her, dokumentiert und nachvollziehbar. Wie oft und in welchem Umfang getestet wird, legen wir im Konzept fest; wichtig ist, dass es festgelegt ist und nicht vom Zufall abhängt. Aus diesen Tests wissen wir auch, wie lange eine Wiederherstellung in Ihrer Umgebung dauert — wir sagen es Ihnen vorher, statt es im Ernstfall gemeinsam herauszufinden. Eine vertraglich zugesagte Wiederanlaufzeit ist das nicht; wenn Sie eine brauchen, etwa für eine Cyberversicherung, sprechen wir darüber.

Häufige Fragen

Reicht ein NAS im Serverraum nicht aus?

Gegen einen Plattenausfall ja, gegen alles andere nein. Feuer, Wasser, Einbruch und Ransomware treffen die Sicherung mit, wenn sie am selben Ort und im selben Netz erreichbar ist.

Microsoft 365 sichert doch selbst?

Microsoft hält die Plattform verfügbar und bietet begrenzte Aufbewahrungsfristen. Für die Wiederherstellung von Inhalten, die durch Fehler, Absicht oder einen Angriff verloren gegangen sind, sind Sie zuständig — das ist die geteilte Verantwortung, die in den Vertragsbedingungen steht.

Wie lange dauert eine Wiederherstellung?

Das hängt an Datenmenge und Weg: aus der lokalen Sicherung Stunden, aus der ausgelagerten Kopie länger, weil die Leitung die Grenze setzt. Genau deshalb planen wir beides zusammen — und genau deshalb sollte man es einmal gemessen haben, statt es zu schätzen.

Was ist der Unterschied zur E-Mail-Archivierung?

Das Backup dient der Wiederherstellung, das Archiv der Aufbewahrungspflicht. Das eine ersetzt das andere nicht, in keiner Richtung.

Passt dazu

IT-Überwachung — Ein Backup, dessen Fehler niemand sieht, ist kein Backup.

Server und Storage — Wo die Daten liegen, entscheidet, wie schnell sie zurückkommen.

E-Mail-Archivierung — E-Mails brauchen eine eigene, revisionssichere Aufbewahrung — das ersetzt kein Backup und umgekehrt.

NIS2 und Ihre Lieferkette — Wenn ein Kunde oder Versicherer nach Ihrer IT-Sicherheit fragt, steht hier, was gefragt wird und wer es verantwortet.

Sprechen wir über Ihre Datensicherung

Wir sehen uns Ihre Ausgangslage an und sagen Ihnen, was sinnvoll ist und was nicht. Sie sprechen dabei direkt mit einem Techniker aus Chemnitz.

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